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Skurrile Steuern im Wandel der Zeiten - 2019
Skurrile Steuern im Wandel der Zeiten

Mit Hilfe der RNHS Group haben wir einige interessante Steuer-Fun-Facts für Sie zusammengetragen:

Bereits im alten Ägypten hielt ein Pharao den fruchtbaren Nilschlamm für so wertvoll, dass er ihn versteuern ließ. Nach Überschwemmungen mussten jene Bauern, bei denen der meiste Schlamm zu finden war, natürlich auch die höchste Nilschlammsteuer zahlen. ...und das, obwohl bei ihnen durch die Wassermassen am meisten zerstört wurde.

Im ersten Jahrhundert nach Christus führte der römische Kaiser Vespasian eine Urinsteuer ein, die für die Benützung öffentlicher Toiletten zu zahlen war. Sein Sohn Titus war gegen die Abgabe, doch Vespasian rechtfertigte sich mit: „Pecunia non olet“, was soviel bedeutet wie „Geld stinkt nicht“.

Um 1500 fand die heute noch bekannte Hundesteuer ihren Ursprung. Bauern mussten gegenüber ihrem Fürsten Jagdfrondienste leisten und dabei auch ihre Hunde zur Verfügung stellen. Konnten sie keinen Hund stellen, mussten sie stattdessen "Hundekorn" in Form von Roggen, Gerste oder Hafer liefern. Auch die Haltung eines Hundes musste genehmigt und bezahlt werden. Hierfür wurde eine "Hundsgeld" erhoben.

Ende des 17. Jahrhunderts wurde in England– wie in vielen anderen Ländern auch - eine Fenstersteuer eingeführt, um die durch das Abfeilen von Münzen entgangenen Einnahmen zu ersetzen. Die ursprünglich mit zwei Shilling pro Haus festgesetzte Steuer wurde bald für Gebäude mit 10 bis 20 Fenstern auf vier Shilling und mit mehr als 20 Fenstern auf acht Shilling erhöht. Um Steuern zu sparen, mauerten deshalb immer mehr Hauseigentümer die Fenster ihrer Häuser zu, wodurch eine wachsende Zahl von Bürgern des Tageslichts beraubt wurden. Insbesondere in den ärmeren Stadtvierteln nahm dies mit der Zeit groteske Ausmaße an. Die in der Anfangszeit der Industrialisierung gebauten Mietskasernen waren wegen dieser Steuer nahezu fensterlos. Die zunehmend unbeliebte Steuer wurde 1851 abgeschafft.

Ab 1698 sollte die Bartsteuer von Peter dem Großen zur Modernisierung Russlands beitragen und dem Land einen westlichen Anstrich verleihen. Wer seinen Bart behalten wollte, zahlte die Steuer, die je nach Rang unterschiedlich bemessen wurde. So musste ein Kaufmann der ersten Gilde pro Jahr 100 Rubel berappen, ein Beamter nur 60 Rubel. Der Bartträger bekam dann eine Kupfermedaille. Konnte er diese bei einer Straßenkontrolle nicht vorzeigen, wurde sein Bart zwangsrasiert.

Anfang des 18. Jahrhunderts mussten in Berlin unverheiratete Frauen zwischen 20 und 40 monatlich 2 Groschen Jungfernsteuer abliefern, um Ehepaare und deren Nachwuchs zu unterstützen.  

Ende des 18. Jahrhunderts führte Kaiser Josef II. in Österreich eine Dachsteuer ein – eine Vermögensteuer, bei der die Größe der Dachfläche als Grundlage für die Steuerhöhe diente - mit dem Ergebnis, dass viele Gebäude und vor allem Burgruinen verfielen, da die Bürger die Dächer abdeckten.

Und zum Abschluss noch eine interessante Steueridee aus der jüngsten Geschichte: Am 1. Januar 2005 führte Tennessee als 23. US-Bundesstaat eine Steuer auf illegale Drogen ein. Wer in Tennessee gesetzeswidrige Drogen wie etwa Marihuana oder Kokain kauft, muss sie innerhalb von 48 Stunden versteuern. Vom Finanzamt bekommt der treue Bürger dann Gebührenmarken, die er als Nachweis auf die Substanzen kleben soll. Vor Strafverfolgung müssen sich die Abgabenzahler trotzdem nicht fürchten, denn den Beamten ist es untersagt, die Klienten anzuzeigen.

Aug 2019
 
Ralph Schmieder
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